Kündigung Stuttgart

Kündigung im Arbeitsrecht

Der Begriff "Kündigung" dürfte vielen Menschen, insbesondere Berufstätigen, wohl im alltäglichen Sprachgebrauch geläufig sein. Doch was genau ist juristisch gesehen eine Kündigung, welche Möglichkeiten bestehen, gegen eine Kündigung vorzugehen und welche Punkte gibt es darüber hinaus noch zu beachten? Zur Beantwortung dieser und ähnlicher Fragen, hat Rechtsanwalt Dr. Harald Keller aus der Stuttgarter Kanzlei Stirnweiss, Stege & Coll. die wichtigsten Punkte zur Kündigung im Arbeitsrecht zusammengestellt und in wie weit ein Anwalt hierbei Hilfestellung leisten kann.

Anwalt Kündigung - Was ist eine Kündigung?

Die Kündigung ist die einseitige Erklärung einer der Vertragsparteien zur Beendigung eines laufenden Arbeitsverhältnisses. Eine Kündigung kann dabei sowohl von Seiten des Arbeitsnehmers, wie auch des Arbeitgebers ausgesprochen werden. Für eine rechtliche Gültigkeit ist ein Einverständnis der anderen Vertragspartei nicht nötig.

Teilkündigung oder bedingte Kündigung

Manches Mal möchte ein Arbeitgeber Teile eines Arbeitsvertrags mittels einer sog. Teilkündigung streichen (insb. die Zahlung von Urlaubsgeldern oder Weihnachtsgeldern), oder mit einer bedingten Kündigung ein potentielles, zukünftiges Ereignis zum Gegenstand einer Kündigung machen. Der in Stuttgart tätige Rechtsanwalt Herr Dr. Keller lenkt ein: Sowohl Teilkündigungen als auch bedingte Kündigungen sind rechtlich unzulässig. Im ersten Fall kann der Arbeitgeber den Weg über eine Änderungskündigung gehen oder braucht zumindest das Einverständnis des Arbeitnehmers über Änderungen des bestehenden Vertrags, um sein Ziel zu erreichen. Im zweiten Fall besteht überhaupt keine Möglichkeit etwas Vergleichbares zu schaffen. Die Anforderung der Klarheit und Eindeutigkeit eines Kündigungsgrundes ist nicht gegeben, wenn eine Kündigung an ein Ereignis gebunden ist, dessen Eintreten hypothetisch in der Zukunft möglich ist. Die jeweils andere Vertragspartei wüsste nie, ob und wann die Bedingung einer Kündigung erfüllt ist.

Die ordentliche Kündigung

Wie bei allen Vertragsabschlüssen, gilt es auch in einem Arbeitsvertrag, sich für die Aussprache einer ordentlichen Kündigung an geltende Fristen zu halten. Weiterhin ist für eine ordentliche Kündigung keine Angabe eines Grundes notwendig (anders bei einer fristlosen Kündigung, bei der der wichtige Grund für eine außerordentliche Kündigung angegeben werden soll). Arbeitnehmer sind – abgesehen von der Kündigungsfrist – an keine weiteren, besonderen Gründe gebunden, um ordentlich zu kündigen. Von Arbeitgeberseite hingegen ist die Beachtung des allgemeinen oder sogar besonderen Kündigungsschutzes nötig. Obgleich zu vermuten ist, dass bei einer ordentlichen Kündigung das Auseinandergehen der Vertragsparteien ohne großartigen Zwist passiert, kann es nicht schaden, das Schreiben ggf. auch einem Anwalt in die Hände zu geben.

Außerordentliche Kündigung

Wenn eine Kündigung nicht im Rahmen der geltenden Kündigungsfristen geschieht, spricht man von einer sog. außerordentlichen Kündigung. Für die Aussprache einer außerordentlichen Kündigung bedarf es eines besonderen Grundes und die Erfüllung der Tatsache, dass ein Weiterführen des Arbeitsverhältnis‘ nicht zumutbar ist. Wichtige Gründe können dabei sehr unterschiedlicher Natur sein und reichen von Einstellungsbetrug über Arbeitsverweigerung bis hin zu tätlichen Angriffen auf Mitarbeiter / Vorgesetzte oder bewusster Beschädigung bzw. Zerstörung von Firmeneigentum.

 
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